Wenn Stuttgart also einen neuen Durchgangsbahnhof braucht, dann können wir uns über den ausgewählten Entwurf von Christoph Ingenhoven nur freuen. Dieser ging aus einem grossen zweistufigen Wettbewerbsverfahren preisgekrönt hervor.
Auf gleicher Ebene gelangt man von der Königstrasse auf die internen Brücken mit den Zugängen zu den Gleisen. Eine gläserne Eingangshalle liegt fast in der Achse der Königstrasse. Im Bonatzbau gibt es neben den Treppen, die zur oberen Halle führen, ebenerdige Durchgänge. Schnell wird man es schätzen, im Winter nicht auf kalten Bahnsteigen zu frieren, sondern in einer geräumigen vor der Witterung geschützten Halle zu stehen. Diese hat mit gewöhnlichen U-Bahnhaltestellen wenig gemein: Weit ausladende pilzförmige Elemente mit den aufgewölbten "Lichtaugen" ergeben eine beträchtliche Raumhöhe von 10 bis 15 Metern und schaffen durch das natürliche Tageslicht eine hohe Aufenthaltsqualität.
Der aus gewohntem Mittelmass herausragende Entwurf ist ausgesprochen erfindungsreich. Mit seinem "Null Energie-Konzept", durch natürliche Belichtung und Belüftung sowie die Nutzung von Erdwärme und natürlicher Kühlung ist er ökologisch zukunftsweisend und seine Konstruktion steht in der berühmten Stuttgarter Tradition der "leichten Flächentragwerke". Die Durchlüftung der Anlage erfolgt durch den Luftstrom, der durch ein- und ausfahrende Züge gewährleistet wird. Der Architekt Christoph Ingenhoven wurde für diesen Entwurf mit dem internationalen Holcim-Award for Sustainable Construction in Gold ausgezeichnet, ein Preis für weltweit beste nachhaltige Bauprojekte.
Der neue Hauptbahnhof wird von vielen Seiten aus zugänglich sein. Gegenüber der heutigen Anbindung werden die Gleise am Hauptbahnhof direkt über die südlich gelegene Haltestelle Staatsgalerie zugänglich sein. Somit wird man zukünftig auch mit den Stadtbahnlinien U1, U2 und U4 eine direkte Umsteigebeziehung erhalten.
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(Abb.: Deutsche Bahn AG) |
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