Sind die Mineralquellen gefährdet?

Stuttgart hat das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas. Experten gehen davon aus, dass die wertvollen Quellen durch Stuttgart 21 nicht gefährdet sind.

Die Bodenschicht, in der das Mineralwasser fließt, liegt circa 30 Meter unter der Oberfläche. Der geplante Tiefbahnhof und die neuen Eisenbahntunnel werden jedoch mit 10 Metern einiges höher liegen. Selbst die vorhandene S-Bahnhaltestelle am Hauptbahnhof liegt tiefer als die geplanten unterirdischen Bahnanlagen. Man wird also beim Bauen der Mineralwasser führenden Schicht nicht zu nahe kommen. Das Mineralwasser steht allerdings unter Druck. Wenn man also beim Bauen auf einen Riss oder eine Versetzung im Untergrund stoßen sollte, könnte es sein, dass Mineralwasser durch diese herausquillt. Doch auch dann kann bleibender Schaden verhindert werden: Zum Einen wird bereits jetzt mit Erkundungen überprüft, ob es solche Gesteinsrisse im Baugebiet gibt. Zum anderen gibt es auch technische Möglichkeiten, solch einen Riss schnell zu versiegeln. Zum Beispiel kann man den Boden an dieser Stelle einfrieren bis die Abdichtung hergestellt ist. In den Verträgen mit den Baufirmen wird festgelegt, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist.

Stuttgart hat bereits viel Erfahrung mit solchen Aufgaben: beim Bau der S-Bahn, der Stadtbahn und dem Planietunnel - die alle tiefer liegen als der neue Bahnhof - hat sich schon erwiesen, dass man die Herausforderung im Griff hat. Auch bei fast allen größeren Baustellen auf Geschäftsgrundstücken in der City reichen die Keller in solch tiefe Schichten. Außerdem sind das Leuze, das Mineralbad Berg und das Cannstadter Kurbad Eigentum der Stadt. Und wer gräbt sich schon selber das Wasser ab?