Wir Bürger und unser Gemeinderat haben beträchtlichen Einfluss auf das, was entsteht

Die beiden Neubauquartiere - Rosenstein und hinterm Löwentor (Planungsabschnitte B und C) - können ein besonders schöner Teil von Stuttgart werden.

Dazu kann auch eine gute Mischung der Bevölkerungsgruppen und Nutzungen gehören. Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht: Die Grundstücke hat die Stadt bereits gekauft (Flächen A2,B,C,D). Die von uns gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte können deshalb nicht nur über den Bebauungsplan bestimmen, sondern auch über die Grundstücksvergabe Einfluss auf die künftige Nutzung und Gestaltung nehmen. Hier lohnt es sich, kritisch hinzuschauen und mitzureden, sobald konkretere Planungen erarbeitet und diskutiert werden.
Das betrifft auch die Entwicklung in den bestehenden Quartieren. Der Gemeinderat kann dafür sorgen, dass es weiterhin preiswerte Wohnungen im Nordbahnhofviertel geben wird und die hier lebenden Menschen mit weniger Geld nicht verdrängt werden. Das wäre auch Voraussetzung, damit sich zusammen mit den Neubauten insgesamt eine gute Mischung ergibt. Sozial ausgewogen sollten schließlich alle Bevölkerungsgruppen von der Stadtentwicklung profitieren. Die Gemeinderat hat die gesetzlichen Möglichkeiten, eine Erhaltungssatzung für das Nordbahnhofviertel zu erlassen, um die ‚städtebauliche Eigenart und die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu erhalten‘. Heute gibt es hier so etwas nicht mehr, die LBBW besitzt einen Großteil der Gebäude.
Verwaltung und Gemeinderat sollten mehr Vertrauen schaffen, dass man Stuttgart zutraut, nicht nur Grundstücke lukrativ zu vermarkten, sondern auch ein „Musterstädtle“ für die Zukunft zu bauen. Das erhofft Fred Breinersdorfer im Interview (Anzeige der Bahn in der Stuttgarter Zeitung 14. Dezember 2007). „Nicht um das Ob, sondern um das Wie sollte gestritten werden: Wie soll eine kleine Metropole in Zukunft aussehen? Wie wuselig, wie sexy, nachhaltig, wie kinderfreundlich, kreativ, wie ökologisch?“ „Stuttgart hat die Chance auf neue innerstädtische Urbanität“.


(Foto: AG Stuttgart21-ja-bitte)

(Abb.: Landeshauptstadt Stuttgart)